Enges Rennen im Süden

Rückblick auf die Hinrunde der Bundesliga Süd

Die Überraschung vorweg: Der Aufsteiger aus Calw steht auf dem dritten Tabellenplatz und hätte momentan unter den eigentlichen Qualifikations-Regeln die Teilnahme für die Deutsche Meisterschaft inne. Sollte Käfertal aber den Klassenerhalt schaffen, würden die Mannheimer von ihrer Wild Card profitieren und nur die zwei Erstplatzierten aus dem Süden dürften an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Mit nur zwei Niederlagen gegen das Duo an der Spitze überzeugt der junge Kader auf ganzer Linie in ihrer ersten Saison im Oberhaus. Man muss die Calwer auf dem Zettel haben, wenn es um die Qualifikation für die Endrunde geht. Der knappe Erfolg gegen Pfungstadt am Wochenende unterstreicht die Calwer Ambitionen eindrucksvoll. Doch durch die Niederlage gegen Vahingen/Enz müssen sie auf die Konkurrenz hoffen, denn aus eigener Kraft ist die Qualifikation nun nicht mehr möglich.

Ganz oben thront mit zehn Siegen aus zehn Spielen der TV Schweinfurt-Oberndorf. Obwohl die Mannschaft um Kapitän Fabian Sagstetter auf ihren etatmäßigen Angreifer Oliver Bauer derzeit verletzungsbedingt (Fingerbruch) verzichten muss, setzte sich die Mannschaft aus Franken bisher in jedem Spiel durch. Der TVO ist nicht nur der Favorit auf den Spitzenplatz im Süden, sondern auch eine Mannschaft, der gute Chancen zugeschrieben werden, im März ganz vorne zu landen. Ob mit oder ohne Oliver Bauer: Oberndorf wird auch in der Rückrunde nur sehr schwer zu schlagen sein.

Bild: Christian Eschner

Die Gelbhemden aus Pfungstadt finden sich auf dem etwas ungewohnten zweiten Tabellenrang wieder, dürften aber wohl trotzdem mit nur einer Niederlage nach der Hinrunde zufrieden sein. Die Rückrunden-Niederlage gegen Calw setzt die Hessen nun aber gehörig unter Druck. Ihre Klasse zeigte Pfungstadt jüngst beim Gewinn des Champions Cups in Brettorf, weshalb die Niederlage gegen Calw für viele überraschend kam. Wenn sich die Mannschaft noch besser aufeinander einstellt, werden auch sie nicht nur an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen, sondern um den Titel mitspielen.

Lediglich theoretische Chancen auf eine DM-Teilnahme haben der FBC Offenburg und der TV Vahingen/Enz. Die Offenburger verloren bisher fünf Spiele, haben damit schon einen ordentlichen Rückstand auf Platz zwei. Eine DM-Teilnahme wird wohl nur möglich sein, wenn die Badener die restlichen Spiele der Rückrunde gewinnen sollten und sie müssen zusätzlich auf Fehler der Konkurrenz hoffen.

Vaihingen/Enz würde nur noch ein Wunder helfen, um sich doch noch zu qualifizieren. Der Abstand auf die Abstiegsränge ist in den letzten Spielen geschmolzen und es bleibt abzuwarten, ob er groß genug ist, um den Klassenerhalt zu sichern. Die Pflichtspiele gegen die Mannschaften aus dem Tabellenkeller sollten aus Sicht der Vahinger gewonnen werden, will man nicht noch weiter in den Abstiegsstrudel geraten.

Bisher enttäuschend sind die Ergebnisse des TV Käfertal. Mit nur zwei Siegen in sieben Spielen steht die Mannschaft um Kapitän Dominik Mondl auf dem siebten Tabellenplatz und kämpft gegen den Abstieg. Die Konkurrenten aus Hohenklingen und Vaihingen haben aber bereits vier bzw. drei Spiele mehr absolviert. Nach der unglücklichen Verletzung von Nick Trinemeier am ersten Spieltag schafften es die Mannheimer erst nach dessen Rückkehr wieder, erfolgreichen Faustball zu spielen. Der Klassenerhalt würde ausreichen, um an der Deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Dafür müssen aber vor allem die Spiele gegen die anderen Abstiegskonkurrenten gewonnen werden.

Der TV Hohenklingen und der TV Stammheim werden in der Rückrunde alles dafür tun, um den Abstieg noch zu verhindern. Für die Stammheimer wird das zur Herkulesaufgabe, da auch in der zweiten Hälfte der Saison viele wichtige Spieler verletzungsbedingt fehlen werden. Der Klassenerhalt käme einer Sensation gleich. Für Hohenklingen werden die Spiele gegen die direkten Konkurrenten aus Stammheim und Käfertal wohl entscheidend sein. Wenn man diese erfolgreich gestalten kann, ist der Abstieg noch zu verhindern, sollte Käfertal nicht an anderer Stelle weitere Punkte sammeln.

Durch die besonderen Qualifikationsregeln der Wild-Card-Regelung, verspricht die 1. Bundesliga Süd bis zum letzten Spieltag spannend zu bleiben. Oberndorf, Pfungstadt und Calw kämpfen um die Quali-Plätze an der Spitze und hoffen wohl insgeheim auf den Abstieg Käfertals, damit auch der dritte Platz zur Qualifikation reicht. Stammheim scheint spätestens seit der Rückrunden-Niederlage gegen Hohenklingen abgestiegen. Der zweite Abstiegsrang wird wohl zwischen Hohenklingen und Käfertal ermittelt.

Altbekanntes Trio an der Spitze

Hinrunde der Bundesliga Nord

Die Hinrunde der 1.Faustball Bundesliga Nord verlief ohne große Überraschungen. Schon jetzt scheint klar, welche Mannschaften noch Chancen haben, sich für die Endrunde in Mannheim zu qualifizieren.

Auf dem Spitzenplatz der Liga thront der TV Brettorf.

Foto: Rouven Schönwandt

Ohne Niederlage, aber dafür wieder mit Tobias Kläner, ist den Niedersachsen die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft kaum noch zu nehmen. Selbst gegen die Mitfavoriten blieb man schadlos und gewann die Spitzenspiele überraschend deutlich. Auch ein starker zweiter Platz beim vergangenen Champions Cup zeigt, wie viel Potential in der Mannschaft steckt. Auch eine Revanche gegen den Finalgegner aus Pfungstadt an der Deutschen Meisterschaft, könnte ein angestrebtes Ziel sein.

Wie jedes Jahr ist auch der VFK Berlin wieder ganz vorne mit dabei.

Bei einer überraschend deutlichen Niederlage gegen Brettorf und sieben Siegen, liest sich die Bilanz der Hauptstädter zufriedenstellend. Dem klaren Ziel, unter den besten drei im Norden zu stehen, steht momentan nicht viel im Weg. Dies bedeutet folglich auch für die Berliner, dass sie sich mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Teilnahme an der Endrunde qualifizieren werden.

Auch der Ahlhorner SV ist wieder im Spitzendtrio zu finden.

Bei zwei Niederlagen gegen das Duo an der Spitze, hat der ASV alle anderen Spiele in der Hinrunde zum Großteil deutlich gewinnen können. Der Anspruch des Teams ist selbstverständlich auch dieses Jahr wieder, an der DM teilzunehmen. Noch hat der ASV zwei Verfolger, die das noch verhindern möchten. Sofern der ASV seine Spiele gegen die direkten Verfolger aus Hannover und Kellinghusen aber gewinnen wird, sollte die Qualifikation nur noch Formsache sein.

Das wollen der TK Hannover und der VfL Kellinghusen nach Möglichkeit verhindern und versuchen, noch auf den DM-Zug aufzuspringen.

Gute Karten, Ahlhorn in die Suppe zu spucken, hat der TK Hannover. Mit nur einer Niederlage mehr auf dem Konto als der Konkurrent aus Ahlhorn hat die junge Mannschaft aus der Landeshauptstadt noch gute Chancen auf die Qualifikation. Mit einem Sieg gegen Ahlhorn und Pflichtsiege gegen die Mannschaften aus der unteren Tabellenregion ist die Endrunde auf jeden Fall im Rahmen des Möglichen.

Mit nur noch geringen Chancen auf eine Qualifikation in Mannheim steht der VFL Kellinghusen auf dem 5. Tabellenplatz. Die Mannschaft um Jungnationalspieler Rouven Kadgien müsste alle Spiele in der Rückrunde gewinnen und zudem darauf hoffen, dass die Konkurrenz zu ihren Gunsten spielt.

Der Leichlinger TV, die Berliner Turnerschaft und der ersatzgeschwächte TSV Hagen werden die beiden Absteiger unter sich ausmachen und haben keine realistischen Chancen, in den Kampf um die DM-Tickets einzugreifen.

Insbesondere das Duell zwischen Ahlhorn und Hannover verspricht, ein wegweisendes zu sein.

Überraschungserfolge in der Liga könnten die Tabellenkonstellation zusätzlich durchmischen. Ein genauer Blick gen Norden lohnt sich also. Wir werden die Liga gründlich beobachten und von den neuesten Entwicklungen berichten.